Platz

Greenkeeping

Bericht des Greenkeepers 19.02.2015

Auf mehrfachen Wunsch berichte ich noch einmal, warum wir diese Spieleinschränkungen im Winter haben.

Die Sperrung der Grüns in der Zeit von Ende Dezember bis Anfang März dient der Schonung der Grüns, die in dieser Zeit keine Regenerationsmöglichkeiten haben und durch Belastung abgenutzt und nachhaltig geschädigt werden.

Zwar beginnt der Stoffwechsel bei manchen Gräsern schon bei 4 Grad, aber dies ist gar nicht erwünscht (Fleckenbildung, schlechte Spielqualität, Anfälligkeit gegen Infektionen und schlechte Scherfestigkeit). Bei „Wunschgräsern“ beginnt dies erst ab 8 bzw. 12 Grad. Hierbei ist allerdings die Bodentemperatur entscheidend.

Zum anderen haben Laboruntersuchungen ergeben, dass die chemischen Bodenwerte bei uns im grünen Bereich liegen, die organische Masse und die Mikroorganismen aber bei unter 1 % liegen. Das Bodenleben wird erst ab 12-15 Grad C aktiv und erreicht ein Optimum an Aktivität bei 15-25 Grad C. Dafür ist ein ausgeglichenes Luft-Wasser-Temperatur-Verhältnis notwendig. Wenn das nicht gegeben ist, ist kein Wachstum möglich. Oberflächliche Bodenverdichtungen, wie sie insbesondere auf aufgebauten Rasentragschichten vorkommen (Grüns und Abschläge), tragen zu einem Luftabschluss in den oberen 2-5 cm bei. Die Verdichtungen werden noch schneller erreicht, wenn der Boden mit Wasser gesättigt ist, was im Winter oft in den Monaten November bis Januar der Fall ist.

Das alles hat dann zur Folge, dass die Grüns (bei uns insbesondere auch wegen der geringen Menge an Bodenbakterien und organischem Material) im Frühjahr länger brauchen, bis sie sich regenerieren.

Seit einigen Jahren versuchen wir, durch Zugabe von Bodenhilfsstoffen und Algenextrakten, diese Situation zu verbessern. Der Erfolg ist zwar während der Saison sichtbar, aber wenn Sie sich vorstellen, wie viele Kubikmeter Rasentragschicht auf einem Grün liegt, können Sie sich auch vorstellen, dass es sich um einen langen Prozess handelt.

Zurzeit sieht man deutliche Abnutzungserscheinungen auf den Bahnen 6-14, insbesondere auf den Abschlägen, sehr deutlich zu sehen, wenn man diese mit den gesperrten Bahnen (z. B. Abschlag 11) vergleicht (siehe Fotos).

In diesem Frühjahr, (Anfang bis Mitte März) werden wir die Grüns mit einem „Topchanger“ bearbeiten, der größere Mengen an Bodenhilfsstoffen in den Boden appliziert.

Dass wir sehr arme Böden auf dem gesamten Platz haben, darüber habe ich schon mehrfach berichtet. Deswegen kann man die oben geschilderte Situation auf dem gesamten Platz sehen.

Insbesondere auf den Bahnen 1-5 und 15-18 wurde offensichtlich beim Umbau im Jahre 2002 der Oberboden abgeschoben und zum Modellieren benutzt, wobei die so wichtige organische Masse incl. dem Bodenleben entfernt wurde. Außerdem ist anzunehmen, dass bei nassem Wetter gearbeitet wurde, was den Boden zusätzlich geschädigt hat. Die Folge davon ist, dass der Platz nass bleibt und das Wasser nicht mehr einwandfrei abläuft. Erschwerend kommt der Baumbestand hinzu, der ein Abtrocknen des Platzes im Winter weitgehend verhindert.

Zudem kommt der Infektionsdruck und die Gefahr des Verschleppens von Schneeschimmel.

Der aufmerksame Golfer hat bemerkt, dass die Greenkeeper auch im Winter auf den gesperrten Bahnen arbeiten, um die Situation schrittweise zu verbessern. Auch das ist ein langer Prozess, da einiges an „Aufholarbeit“ zu leisten ist. Hierzu gehört das Auslichten der Wälder und wie in diesem Frühjahr das Aerifizieren vereinzelter Spielbahnen.

Weitere Gründe für die Schonung von Golfplätzen hängen an der Infotafel vor dem Sekretariat. Diese können Sie auch beim DGV oder dem Greenkeeper-Verband Deutschland abrufen. Der DGV gibt mit Hilfe des GVD jedes Jahr eine Info heraus, die das sinnvolle Händeln eines Golfplatzes im Allgemeinen darstellt.

Golfplätze mit mehr als 18 Bahnen sind flexibler und können temporär sperren und dabei trotzdem den Spielbetrieb aufrecht halten. Die Bauart und das Mikroklima bleiben trotzdem entscheidend. Außerdem spielt das Geld und die Bereitschaft des Mitdenkens eine Rolle.

Stillstand ist auch hier Rückschritt, wir arbeiten und spielen Outdoor mit der Natur und sollten diese, wenn wir sie erhalten wollen, auch respektieren.

In diesem Sinne wünsche ich uns allen eine schöne Saison 2015!

Ihr Torsten Schmidt

P.S.: Denken Sie an Ihre Divots, Ihre Pitchmarken und an Ihre Etikette

Bericht des Greenkeepers 01.01.2013

Der längste Winter seit Jahrzehnten hat auch auf unserem Platz Spuren hinterlassen.
Die Spielflächen waren stark abgenutzt und die Schneeschimmelschäden auf den Grüns waren/sind, auch auf Grund des Pflanzenschutzmittel-Verbotes, so stark wie nie zuvor (wir haben berichtet).

Viele Pflegearbeiten konnten erst einen Monat später als üblich begonnen werden, weil der Boden entweder zu nass oder gefroren war.
Trotz allem haben sich die Greenkeeper nicht kleinkriegen lassen, Plan B in Angriff genommen und das, wie sich der Platz heute zeigt, mit Erfolg.
Die lange Trockenheit in Verbindung mit der Kälte führte zwar zu wenig Wachstum, gab uns aber die Möglichkeit, Winterarbeiten, die nicht ausgeführt werden konnten, wieder aufzuholen und die Sanierung der Grüns ohne „Mähstress“ durchzuführen.
Die Grüns werden sicher noch wenigstens 4 Wochen brauchen, bis sie sich vollständig erholt haben, vorausgesetzt das Wetter ist weiterhin auf unserer Seite.

Im Januar und Februar wurden weiter die Wälder ausgelichtet. Der Platz wirkt jetzt offener und der Rasen bekommt mehr Luft und Licht. Langfristig soll unter den Bäumen ein gepflegtes Hardrough entstehen. Hier werden allerdings noch einige Bäume entfernt.
Auf den Bahnen 1-5 und 15-18 wurden großflächig Schadstellen im Semirough und im Rough eingeebnet und Wurzeln mit Erde abgedeckt. Diese Flächen sind auch neu eingesäht worden.
Auch diese Arbeiten werden in Zukunft fortgeführt.
Die Grüns auf den Bahnen 1-5, 15-18 und die Putting Grüns wurden 40 cm tief gebohrt und mit groben Sand verfüllt. Das Ergebnis sieht man in diesen Tagen besonders auf Grün 5: es entstehen keine Pfützen mehr. Diese sehr zeit- und kostenintensive Maßnahme war auf Grund der mangelhaften Rasentragschicht notwendig, um wieder Luft in tiefere Bodenregionen zu bringen, die Drain-Fähigkeit und damit auch die Funktionalität der Grüns weiterhin zu gewährleisten.
Direkt danach wurden alle Grüns vertikutiert, aerifiziert, gesandet, gedüngt  und nachgesäht.
Ähnliche Arbeiten wurden auf den Abschlägen, der Driving Range und auf den Fairways durchgeführt.
Insgesamt wurde der gesamte Platz nachgesäht, gestriegelt, gedüngt und ausgeputzt.
Am Abschlag 18 haben wir einen Schotterrasenweg angelegt. Wir wollen damit versuchen, an Stellen, die stark frequentiert sind, eine tragfähigere Rasenfläche zu erzeugen, um ggf. von den Splitt-Wegen wegzukommen, die unserer Meinung nach unschön aussehen.
Bei einigen Wegen werden wir nicht auf Pflastersteine verzichten können.

Es gibt Neuigkeiten in Sachen Pflanzenschutz: Inzwischen wurden einzelne Mittel wieder zugelassen, es handelt sich allerdings um Mittel, die wir schon eingesetzt haben und bei denen somit die Gefahr von auftretenden Resistenzen besteht.
Immerhin bewegt sich etwas und wir haben wenigstens eine kleine Möglichkeit zur Eindämmung von Unkräutern und Pilzinfektionen.

Da Wetter, Wettspielkalender und auch der Bau vom Clubhaus durchaus Einfluss auf unsere Arbeitsplanung haben, kann ich in diesem Jahr keine Prognosen auf weitere Projekte geben.
Wir versprechen Ihnen aber, dass wir alles dafür tun werden, dass wir auch dieses Jahr einen schönen Golfplatz haben werden.

An dieser Stelle möchte ich deutlich an alle Golfspieler appellieren, Pitchmarken und Divots zu reparieren!
Diese haben in diesem Jahr so stark zugenommen, dass bei uns das Gefühl aufkommt, unsere Arbeit wird mit Füßen getreten. Nochmal: es ist IHR Golfplatz!

In diesem Sinne wünsche ich uns allen eine schöne Saison 2013.

Ihr Headgreenkeeper
Torsten Schmidt

Greenkeeping

Headgreenkeeper

Headgreenkeeper

Torsten Schmidt

Tel. 06204-6070-0, DW-15
E-Mail: torsten.schmidt@gcmv.de

Bericht des Greenkeepers 25.09.2012

Zur allgemeinen Entspannung hat sich in diesem Sommer das Wetter sehr Greenkeeperfreundlich gezeigt. Nach dem langen Winter fing im Mai endlich das Gras an zu wachsen, die Temperaturen waren überwiegend angenehm und es hat regelmäßig zweimal in der Woche geregnet, so dass die Pflegeintervalle bestens auf die Bedürfnisse der Gräser abgestimmt werden konnten.

Insgesamt entwickelte sich die Natur allerdings mit einem Monat Verspätung.

So konnten wir den alljährlichen Dollarspot-Rasenpilz zwar Anfang August noch abfangen, aber Ende August hat er uns dann doch noch mal überrascht. Sonstige Überraschungen blieben Gott sei Dank bisher aus. Die Pflege der Grüns wurde etwas umgestellt, so wie es scheint mit Erfolg, hierzu möchte ich aber die nächste Saison abwarten.

Wie in jedem Jahr wurde auch in diesem Sommer an der Verbesserung unseres Golfplatzes gearbeitet. So wurden alle Grünregner ausgetauscht, da die alten undicht waren und die Wasserverteilung nicht zufriedenstellend war. In Kombination mit dem Austausch der Fairwayregner konnten wir ca. 20% Wasser einsparen und trotzdem effizienter beregnen!

Einige aufmerksame Golfer haben nach dem Entfernen des Hardroughs sicher bemerkt, dass an manchen Stellen Pfähle zu sehen sind. Die Pfähle markieren Ventilboxen der Beregnungsanlage.

Andere aufmerksame Golfer fragen mich immer wieder, wann endlich das Hardrough gemäht wird. Zur allgemeinen Info:

Beim Platzbau wurde ein sogenannter Grünordnungsplan erstellt, der Teile der Platzpflege reglementiert. Hierzu gehört auch die Dünenlandschaft auf dem neuen Platzteil. Auf diesen Flächen darf das Rough erst ab dem 1. September und nur einmal im Jahr gemäht werden, wogegen das Hardrough auf dem alten Platzteil zweimal im Jahr gemäht werden darf.

Ähnliche Auflagen gibt es auch für unsere Bäume und Wälder. Die natürliche Vegetation soll gefördert und ortsfremde Bäume sollen entfernt werden. Aus diesem Grund werden wir auch weiterhin die Wälder von nicht erwünschten Pflanzen befreien.

Unsere Blitzschutzhütten wurden einer Prüfung unterzogen und wieder blitzsicher gemacht. Sie können in Zukunft bei Gewitter bedenkenlos die Hütten aufsuchen.

Das neue Pflanzenschutzmittelgesetz sieht eine Lockerung in Richtung Fungizide vor. Derzeit sieht es so aus, dass 5 Mittel zugelassen werden. Bei Herbiziden gibt es hingegen noch keine Aussagen, was uns die Bekämpfung von Klee etc. leider auch in Zukunft erschweren wird.

Zu guter Letzt kann ich die erfreuliche Mitteilung machen, dass wir uns in diesem Jahr erfolgreich bei Golf & Natur angemeldet haben, und wir werden voraussichtlich in diesem Jahr die Bronzemedaille erhalten. Infos hierzu finden Sie im Internet auf der Seite des DGV. Wir werden in Zukunft ebenfalls über dieses Projekt berichten.

Ich wünsche uns allen eine schöne verbleibende Saison, in der Divots und Pitchmarken verstärkt und fachgerecht repariert werden!

Mit sportlichen Grüßen
Ihr Headgreenkeeper Torsten Schmidt

Bericht des Greenkeepers 15.05.2012

Nach einem langen, kalten und relativ trockenen Winter explodiert seit drei Wochen die Natur und unser Golfplatz präsentiert sich endlich wieder in einem ansehnlichen Zustand.

Die meisten Winterschäden haben sich regeneriert und selbst der so lästige Schneeschimmel auf Grüns, Abschlägen und Fairways ist weitgehend rausgewachsen.

Die letzten kalten Monate ließen uns alle ungeduldig werden. So hatten die Greenkeeper zwar genug Zeit, auch mal in Ruhe den gesamten Platz nachzusähen, zu düngen, zu aerifizieren und zu vertikutieren, zu pflanzen und an Stellen zu pflegen, für die in der Saison wenig Zeit bleibt, dennoch wartete man dann auf das Ergebnis dieser Arbeiten.

Mit Eintreten der höheren Temperaturen dann sah man innerhalb von drei Tagen das Ergebnis:

  • Fairways Abschläge und Semirough haben eine geschlossene Grasnarbe
  • Die Fairways 1, 3, 4, 5 und 18 wurden aerifiziert und gesandet
  • Die Grüns sind zwar noch ein bisschen holperig, aber auch zu 95% geschlossen

Hier wird sich in den nächsten zwei Wochen eine gute Spielqualität herstellen.

Die Bäume sind grün, aber man kann endlich wieder durchschauen, große Teile von Totholz und Wildwuchs sind entfernt worden.

Die fast erfrorene Hecke an Abschlag 1 wurde durch eine Taxus-Hecke ersetzt und unter den Kiefern mit Rhododendren verschönert.

Bei der Beregnungsanlage wurden fast alle Fairwayregner erneuert, da die alten Regner nicht mehr effizient und zuverlässig gearbeitet haben.

Vor uns liegt eine spannende Saison, sowohl für Golfer als auch für Greenkeeper.

Es wird einige neue Projekte geben, die der Verschönerung unserer Golfanlage dienen.

Hier die Wichtigsten:

  • Umbau der Wege an Abschlag 2, 5 und 18
  • Ggf. die Umgestaltung des Weges zum Abschlag 1
  • Austausch sämtlicher Grün-Regner
  • Weiteres Auslichten der Wälder und Gehölzpflege
  • Umsetzung eines neuen Projektes „Golf und Natur“
    (hierzu wird es im Laufe des Jahres einige Infos geben)
  • Rückbau des Container-Unterbaus und Wiederherstellen der Rasenfläche

Einen Wehrmutstropfen gibt es aber auch in diesem Jahr:

Im Februar wurde bundesweit ein neues Pflanzenschutzmittelgesetz erlassen, wonach Golfplätze Flächen, die der Allgemeinheit zugänglich sind (Spielplätze, Schulhöfe, Parkanlagen), zugeordnet werden. Seit Februar dürfen hier keine Pestizide mehr eingesetzt werden. Da alle Golfplätze gleichermaßen betroffen sind, sitzen auch alle in einem Boot.

Allerdings haben wir in diesem Jahr ein verstärktes Aufkommen von Löwenzahn, Ehrenpreis und Klee, wogegen wir nur noch manuell vorgehen können, was sehr zeit- und kostenintensiv ist. Auch Pilzinfektionen wie der Dollarspot (meistens Ende Juli) und der Schneeschimmel (August bis März) können uns Probleme bereiten.

Dennoch, wir bleiben für Sie am Ball und wünschen uns allen eine schöne und erfolgreiche Saison 2012.

Mit sportlichen Grüßen
Ihr Torsten Schmidt (HGK)

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